Cross-DM Stockach Interview Carsten Schlangen – Langfassung
Sonntag, März 7th, 2010Herzlichen Dank an das Team von Leichtathletik.TV
Herzlichen Dank an das Team von Leichtathletik.TV
Bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Ingolstadt starteten am Samstag acht Hauptstadtläufer. Auf der Mittelstrecke sicherten sich unsere beiden Mannschaften Platz 1 und Platz 4. Carsten Schlangen lief zu Einzel-Bronze.

Lange hatten wir auf das erste DM-Gold in diesem Jahr gewartet. Nachdem wir etwas überraschend den Staffeltitel in der Halle nicht verteidigen konnten und auch in den Einzeldisziplinen keinen ersten Platz belegen konnten, wollten wir im Cross alles perfekt machen.
Mit dem dritten, sechsten und siebten Platz durch Carsten Schlangen, Jonas Stifel und Franek Haschke konnten wir mit etwas Abstand zu den Teams LG Badenova Nordschwarzwald und LC Erfurt den ersten Platz in der Mannschaftswertung holen. Der zweiten Mannschaft mit Norbert Löwa (Platz 11), Johannes Riewe (Platz 27) und Falko Zauber(Platz 30) fehlten zwei Punkte für den Medaillenrang.
“Kurz vor der Ziellinie habe ich noch mit aller Kraft versucht, mich an Jonas Hamm vorbeizuschieben…aber er war heute einfach zu stark für mich.” (Norbert Löwa)
Unser zeitweiliger Trainingskamerad Jonas Hamm belegte in guter Crossform den 10. Rang. Damit ließ er den Großteil der Hauptstadtläufer hinter sich. Wir freuen uns, dass Jonas nach ein paar Rückschlägen in der Wintervorbereitung wieder gut in Form ist – er hat im Sommer jetzt alle Möglichkeiten, sich für die WM in Berlin zu qualifizieren.
Jonas, wir Hauptstadtläufer trauen Dir die WM-Norm zu – zeig den nachkommenden finnischen Jünglingen, dass Du der Mann für Berlin bist! Alles Gute in der Vorbereitung!
In den zurückliegenden Wochen hat es in der Leichtathletik-Berichterstattung eine recht auffällige Fokussierung auf das Duell Wolfram Müller vs. Carsten Schlangen gegeben.
Wolfram Müller konnte in der Halle in Leipzig knapp und beim Cross in Ingolstadt deutlich zeigen, dass er im Moment unbestritten in besserer Form ist als unser Hauptstadtläufer.
Uns mutet allerdings die Zählweise der gewonnenen Duelle recht merkwürdig an. Wolfram liegt demnach 3:0 in Führung. Hinzugezählt wurde auch das indirekte Duell bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin.
Sollten bei dieser exakten Betrachtung der Einzelduelle nicht aber vielleicht auch die vielen Duelle der letzten oder gar vorletzten Saison mit einbezogen werden? Oder gar die Duelle bei denen einer der beiden Kontrahenten nicht anwesend war?
Wolfram Müller hat richtig erkannt: Bei einem Wettstreit wie dem Cross in Ingolstadt treten 120 Läufer gegeneinander an. Dabei kristallisieren sich Favoriten heraus.
Was ist mit den guten Leistungen anderer Läufer – wie denen von Stefan Eberhardt und Christoph Lohse? Stefan Eberhardt hat während des Rennens sehr viel investiert. Er ist lange Zeit vorn im Wind gelaufen und hat das Tempo des Rennens maßgeblich mitbestimmt. Er war nie zuvor in einer solch guten Crossform.
Christoph Lohse ist taktisch sehr geschickt gelaufen, ist jedes Tempo der Führungsgruppe mitgegangen und hat im entscheidenden Moment den Schlußspurt gegen Carsten eröffnet.
Solche Leistung fallen bei der Einzelduell-Betrachtung unter den Tisch. Für uns sind beide Läufer damit klare Kandidaten für die WM in Berlin – in welcher Disziplin auch immer.
Marcel hat in der Wintervorbereitung einen herben gesundheitlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Um so beachtlicher ist sein Mut im Rennen über sechs Runden. Anfangs lief er in der Führungsgruppe mit. Auf den letzten Runden kämpfte er um jeden Platz und konnte am Ende mit einem guten 19. Platz das Ziel erreichen. Marcel, weiter so!
Uns Hauptstadtläufer hat die Stadt und die Organisation des Cross sehr zugesagt.
Die Strecke in Ingolstadt war anspruchsvoll und gut präpariert. Der MTV 1881 Ingolstadt hat keine Kosten und Mühen gescheut, den Cross in einer ansprechenden und zeitgemäßen Form zu präsentieren. Wir möchten kurz die wesentlichen Innovationen aus Ingolstadt auflisten:
Wir möchten uns für eine sehr schöne Crossmeisterschaft bedanken und hoffen, dass an dieser Stelle noch viele Läufe ausgetragen werden.
Die Redaktion
Mit freundlicher Genehmigung von Karl-Heinz Flucke. Bericht folgt!
Hier ein kurzer Einblick in unsere Vorbereitungen auf den bald kommenden Cross sowie die Hindernisse im Sommer. Die Sprungübungen führen Jonas Stifel und Falko Zauber vor.
Mehr Eindrücke vom Training in den nächsten Tagen. Die Redaktion
Hier ein Video von Niels Bubel. Er hat uns am Wochenende zum Cross in Berlin begleitet.
Unweit des Berliner Olympiastadions starteten wir Hauptstadtläufer am heutigen Sonntag bei den Berlin-Brandenburgischen Crossmeisterschaften. Der überwiegende Teil unserer Laufgruppe entschied sich erfolgreich für den Doppelstart über die Mittel- und Langstrecke.
Enttäuschungen zu Beginn
Wir hatten kaum das Gelände des Reiterstadions in Berlin Charlottenburg betreten, da sahen wir auch schon die sorgenvolle Miene unseres Trainers Roland Wolff. Nach kurzer Unterredung mussten wir feststellen, dass wir bei mäßigem Wetter allesamt zu früh angereist waren. Der Start der Mittelstrecke der Männer war um 45min nach hinten verlegt worden. Den Trainern und Vereinen war diese Änderung nicht kurzfristig mitgeteilt worden. Angeblich sollte der neue Zeitplan bereits seit zwei Wochen im Internet vorgelegen haben. Es ist nur schwerlich zu verstehen, warum die Metadaten der Ausschreibungs-PDF auf den 05. November 2008 datiert sind?
Hier ein paar bewegte Bilder vom SCC-Cross 2008. Das Video wird nur einige wenige Tage online verfügbar sein – also etwas für Absolute Fans!
Viel Spaß beim Zuschauen wünscht die Redaktion.
Mittelstreckler Franek Haschke geht ungewöhnliche Wege: Erst fuhr er zum Ski-Training nach Finnland, bevor er auf Lanzarote im Wasser und auf dem Fahrrad trainierte. Auf der Laufbahn soll es im Sommer mit der Olympia-Norm über 1.500 Meter klappen. Als größtes Hindernis stellt sich dem 28-Jährigen dabei sein Heuschnupfen in den Weg.
Alle Wege führen in diesem Jahr nach Peking, auch für Franek Haschke, dem 28 Jahre alten Mittelstreckler der LG Nord Berlin. „Ich werde alles dafür tun – wenn nötig auch Kurse meines Medizinstudiums auf später verlegen.” Ein komplettes Urlaubssemester steht jedoch nicht auf seinem Plan: „Das wäre nichts für mich.” Aber er versucht alles, um seine wahrscheinlich letzte Chance für eine Olympia-Teilnahme zu nutzen.
Zuletzt machte er durch seinen Sieg bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Ohrdruf über die Distanz von 3,6 Kilometern von sich reden. „Dabei bin ich eigentlich nicht so ein Crossfreund,” räumt er ein. „Vielleicht ist das eine Kopfsache, denn im Cross muss man sich für eine längere Zeit schinden.” Inzwischen hat er ein anderes Verhältnis zum Cross bekommen, weil in der Trainingsgruppe der LG Nord Berlin unter Roland Wolff der Crosslauf einen hohen Stellenwert hat. „Im Training haben wir oft crossähnliche Verhältnisse und schulen das Gefühl für diese Art zu laufen”, sagt er.
Aber nicht nur Cross ist ein beliebtes Trainingsmittel bei den „Hauptstadtläufern”, wie sie sich gerne nennen. Viele von ihnen schwärmen vom Training auf Skiern, diesmal holte man sich die Ausdauergrundlage im finnischen Kuusamo. „Eine bessere Grundlagenausdauer kann man fast nicht legen, als wenn man täglich drei bis vier Stunden auf Skiern unterwegs ist.”